Langes Horn und Kettensäge

Loisach Marci

Ein Wild­bach mit Tiefgang. 

Als die Volksmusik vor rund 25 Jahren erst­mals von Rock und Pop aufgemis­cht wurde, blieb so manchem Tra­di­tion­al­is­ten der Jodler im Halse steck­en, die Sen­ner­in bekam feuchte Augen und über­haupt schien die alpine Heimat in höch­ster kul­tureller Gefahr.

Die Geburtsstunde des Alpen­rock” namentlich ein­geleit­et von Hubert von Gois­ern ent­pup­pte sich jedoch schon nach kurz­er Zeit als das genaue Gegen­teil volk­skul­tureller Schwarzseher.

Für eine ganze Gen­er­a­tion junger Musik­er ent­stand erst­mals eine hoff­nungs­froh musikalis­che Iden­ti­fika­tions­fläche von der aus es möglich schien dem fun­da­men­tal­is­tis­chen Mief zu ent­fliehen ohne heimatlichen Boden ver­lassen zu müssen.

Langes Horn und Kettensäge.

Mit der musikalis­chen Tra­di­tion was Geiles machen, sie aber nicht ver­hun­zen“, so umschreibt auch der gebür­tige Partenkirch­n­er Mar­cel Engler seine Ambi­tio­nen zwis­chen Alphorn, Elek­trosound und 13 selb­st­ge­spiel­ten Instru­menten, die wahl – und wech­sel­weise zum Ein­satz kom­men. Ohrgängig, ryth­mis­che Klang­ex­per­i­mente auf bre­it­er Bass-Basis, die von Her­rn Dr. Jens-Peter Abele via Elek­trog­i­tarre seziert, extrahiert oder zuweilen auch zer­sägt werden. 

Loisach Mar­ci” beschre­it­en zweifels­frei ihre eige­nen und neuen musikalis­chen Weg abseits der Kon­serve. Ein einzi­gar­tiger Sound, ange­siedelt irgend­wo zwis­chen bay­erischem Ländler, Hip-Hop, Blues und Elek­trobeat. Wirk­lich festzu­machen ist das bay­erische Kraftwerk” nicht, denn allzu facetten­re­ich, zu weich, zu wild und zu frech wühlt man aus­giebig und gerne in allen ver­füg­baren Genres. 

Höhen­rausch mit Bodenhaftung

Avant­gardis­tis­ches Klangge­wit­ter an Alphorn und E-Gitarre mit Flügel­horn-Bal­sam­dress­ing auf erdi­gem Bass – so kön­nte es auf der Speisekarte ste­hen. – garantiert ohne Aller­gene, serviert von einem Kell­ner­duo mit Per­for­mance in Leder­hose und Lederjacke. 

Rund um die Musik ranken sich Jodler und Textge­flechte, nicht aus notwendi­ger Selb­st­ge­fäl­ligkeit her­aus, son­dern mit Anspruch und Botschaft. Kurzgeschicht­en im bay­erischen Dialekt die sich hin­ter­gründig bös und liebevoll vorder­gründig für gelebte Ehrlichkeit und Lebens­freude engagieren und sich her­vor­ra­gend zum Nach­denken und mitsin­gen eignen. 

LOISACH MAR­CI” – derzeit das wohl kraftvoll­ste Leben­sze­ichen alpin gepägter Musikkultur.